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Ursula und Paul Porsch aus Zeesen begehen heute die Gnadenhochzeit / Jawort vor 70 Jahren

Zur Hochzeit trug Ursula Porsch ein langes weißes Kleid. Sie holte es damals von Karstadt aus Berlin. Und Ehemann Paul hatte einen dunklen Anzug an. „Dazu einen Zylinder“, betont der heute 98-Jährige in seiner Zeesener Wohnung und zeigt auf ein altes Foto, das auf dem Tisch liegt. Das Ehepaar feiert heute ein seltenes Jubiläum – die Gnadenhochzeit. Es ist seit 70 Jahren verheiratet. „Eine lange Zeit“, meint nachdenklich die 90-jährige Ursula Porsch. „Da ist einiges passiert.“ Kennengelernt haben sich beide im Kirchenchor der katholischen Gemeinde Königs Wusterhausen. Ihn hatte es aus Ostpreußen nach Wildau verschlagen. Sie wohnte in Zeesen. Die Hochzeit fand im Zeesener Hof statt, der damals noch eine Bäckerei mit einem Saal im oberen Geschoss war. Das Essen war in den Kriegsjahren knapp. Doch mit Hilfe der Familie aus Ostpreußen stand dann doch ein Braten auf dem Tisch. Jemand spielte am Klavier zum Tanz. Und 20 Flaschen Wein brachte der Bräutigam aus der Messestadt Leipzig mit, wo er gerade einen Job hatte. Er packte sie in einen Koffer und transportierte sie, obwohl der Kofferhenkel riss, heil nach Zeesen. Das Bier, das der Wirt besorgt hatte, reichte nur für kurze Zeit. An die erste Wohnung erinnert sich Ursula Porsch besonders gern. Nur Stube und Küche in einem Seitenflügel am Kottbusser Tor in Berlin. Sie war klein, aber gemütlich. Der extra angefertigte runde Tisch sah eigentlich viel zu groß für den Raum aus. Doch von ihm hat sich das Ehepaar bis heute nicht getrennt. An ihm wurde gegessen, gefeiert, mit drei befreundeten Familien oft Skat und Canasta gespielt und das Nähzeug abgelegt. 1943 zogen Ursula und Paul Porsch nach Zeesen um. Hier kamen vier Töchter und ein Sohn zur Welt, zeitweise lebte noch ein Pflegesohn in der Familie und die Oma aus Ostpreußen. Paul Porsch wurde nach dem Krieg Lehrer, später Schulleiter in Zeesen. Er leitete mehrere Chöre in der Region, schrieb an der Zeesener Chronik und wurde Ehrenbürger. Ursula Porsch liebte ihre Arbeit als Schulsekretärin. Ein Rezept für eine gute Ehe können beide nicht auf Anhieb sagen. „Sie hatte immer eine Engelsgeduld“, sagt Paul Porsch über seine Frau. „Und sie kann gut kochen.“ Den jungen Paaren möchte er keine Ratschläge erteilen. Naja, höchstens einen einzigen. „Man sollte sich nach einem Streit nicht länger als zwei Tage anschweigen“, meint er. Seine Frau fügt noch hinzu: „Und es muss nicht immer sein, dass man seinen Kopf durchsetzt.“ Verzeihen können, sei auch eine empfehlenswerte Eigenschaft. Und was schätzt sie an ihrem Mann besonders? Sie schaut ihn nachdenklich an und er kommt ihr mit einer Frage zuvor: „Humor vielleicht?“ Sie nickt lächelnd. „Das auch.“ Gefeiert wird der 70. Hochzeitstag in Hoenckes Wirtshaus in Königs Wusterhausen am kommenden Samstag, wenn die anderen Familienmitglieder Zeit haben. Einige reisen aus Holland und der Schweiz an. Heute werden wohl Gratulanten aus dem Rathaus vor der Tür stehen. So ein Jubiläum kommt nicht alle Tage vor. (Von Liane Stephan/MAZ)

 
 
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